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Donnerstag, 1. Mai 2025

Gesegnet und doch überfordert

Dieser Beitrag wurde für das Mennoblatt (lokale Zeitschrift für Gemeinde und Kolonie) verfasst.

 

Im August 2023 wurde ich Mutter. Wie ich die folgenden Wochen und Monate erlebte, möchte ich kurz berichten. 

Der Start mit unserm ersten Baby war nicht so reibungslos, wie man es sich oft ausmalt. Unser Junge schrie die ersten zwei Wochen stundenlang in der Nacht, was uns als Eltern an unsere körperlichen und emotionalen Grenzen brachte. Alle sagten uns: “Genießt euer Baby!” - aber wir empfanden es nicht als Genuss, denn am Tag mussten wir uns erholen und verarbeiten, dass Tags scheinbar alles in Ordnung war und es nachts dann wieder losging.  

Ich als Mutter kämpfte mit den üblichen postpartalen Beschwerden. Hinzu kam, dass der Schlafmangel mich viel kostete - die Gedanken ratterten in einem Fort und kamen nie zur Ruhe. Ich bin ein lösungsorierentierter Mensch und es kostete mich anzuerkennen, dass ich hier an meine Grenzen kam und hilflos war. Ich schrie meine Not innerlich zu Gott, während mein Mann nachts das Kind herumtrug.  

Nach zwei Wochen griff Gott ein! Es wurden verschiedene Unverträglichkeiten bei unserm Jungen festgestellt, woraufhin ich meine Ernährung komplett umstellte und nach ein paar Tagen schliefen wir Gott sei Dank alle besser!  Zeitgleich veranlasste meine Frauenärztin, dass ich medikamentöse Therapie bekam gegen meine innere Unruhe (ansiedad). Das half mir im ganzen ersten Jahr, ruhiger zu bleiben und die vielen Veränderungen besser zu akzeptieren.  

Auch das Stillen verlangte einiges ab von mir und wollte nicht so recht gelingen anfänglich. Der Besuch einer Stillberaterin half mir, auf einiges besser zu achten und sprach mir vor allem Ermutigung zu. Warum ich davon so unverblümt schreibe? Ich glaube, wir brauchen etwas mehr Realismus in diesem Bereich. Man sieht oft in WhatsApp Status nur die zuckersüßen Babyfotos und es entsteht ein einseitiges Bild von Elternschaft, bzw. Babyalltag.  

Nach einigen Wochen merkte ich, dass ich jetzt an dem Punkt angekommen war, mein Baby wirklich auch zu genießen. Der Fütter-Wach-Schlafrhythmus hatte sich eingependelt und ich konnte in den Schläfchenpausen auch etwas zur Ruhe kommen und/oder einiges an normaler Hausarbeit erledigen. Mittagmachen war beispielsweise eine Sache, wo ich schnell merkte: Da brauch ich eine neue Routine. Das kann ich nicht alles bis um 11 Uhr lassen, denn gerade dann will mein Baby gestillt oder bespaßt werden! So machte ich also von morgens an scheibchenweise Mittag.  

Die medikamentöse Therapie verlangte auch, dass ich psychologische Hilfe in Anspruch nahm, was mir half, die Geburt und die ersten Wochen besser zu verarbeiten. Nach einem halben Jahr bat ich eine ältere Schwester aus der Gemeinde, mir eine Mama-Mentorin zu sein. Sie sagte zu und wir trafen uns regelmäßig, um über alles zu reden. Auch die Teilnahme an einem Mutter-Kind-Kreis tat mir gut und half mir immer wieder zu sehen und zu hören: “Was du erlebst, das ist normal. Nein, wir haben auch nicht gut geschlafen diese Nacht, du bist also in guter Gesellschaft. Ja, unsere Siestas sind auch jedes Mal ein Glücksspiel...” und so weiter. Es gibt mittlerweile in Filadelfia mehrere solcher Initiativen von Mutter-Kind-Treffen und dieses kann ich jeder Mama nur wärmstens empfehlen! 

Heute ist unser Erster fast 2 Jahre alt, spielt ausgelassen und ist ein glückliches und zufriedenes Kind. Seine Unverträglichkeit war nach 5-6 Monaten komplett weg und wir konnten wieder zu normalem Essen greifen.  

Mittlerweile erwarten wir das zweite Kind und ich kann sagen, dass ich gerne Mutter bin und mich mittlerweile immer mehr mit dieser neuen Rolle identifizieren kann.  

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lr

Samstag, 4. Januar 2025

Neue Vorsätze

Ich scrolle durch die Labels meines Blogs. (Siehe Seitenleiste). Themen wie Ernährung, Gesundheit, Lebe leichter Themen sind wohl zur Genüge auf meinem Blog. 

Kleiner und schmäler sieht es allerdings mit Themen wie "geistliches Leben/Bibel" aus. Das gibt mir gerade zu denken. 

Definiere ich mich und meinen Blog tatsächlich nur über oben genannte Themen? Über Sachthemen, die meinem Coaching Business dienlich sind? Oder für was stehe ich noch ein? 

Anfang des Jahres neigt man ja bekanntlich dazu, sich neue Vorsätze zu setzen. Heute schreiben wir den 4. Januar. Mein Mann und ich beginnen oft die ersten Wochen des Jahres irgendein Andachtsbuch zu lesen, und spätestens März/April liegt es auch schon nur wieder achtlos herum. Schade. Es gibt so viele gute Andachtsbücher, aber wir haben da irgendwie noch nicht die Routine dafür gefunden. 

"Sollen wir in diesem Jahr mal einfach ein Bibelbuch gemeinsam lesen und uns darüber unterhalten", fragt mich mein Mann am 1. Januar. Ich stimme zu. "Das Geld für ein Andachtsbuch können wir uns dies Jahr sparen...", beschliessen wir. 

Wir entscheiden uns für die Sprüche. Einfach zu lesen. Nicht hoch theologisch. Praktisch anwendbar, was für den Alltag. Das sind meine und unsere Kriterien dieses Jahr. 

Ich stelle mir gerade vor, es wäre speziell auch ein Kapitel für Mamas dabei oder zumindest ein paar Zeilen für Mütter mit Kleinkindern, zum Thema "intensiver Kleinkindalltag...oder herumliegendes Spielzeug-Managment..."

Die ersten beiden Kapitel haben wir schon gemacht. Wir staunen, es tut sich erstaunlich leicht, nach dem Lesen sich über das Gelesene zu unterhalten. Das haben wir bei anderen Bibelbüchern als nicht so gleitend empfunden. 

War also eine richtig gute Entscheidung!

Was uns also auffiel: 

1. Die Weisheit wird in den ersten Kapiteln als eine Frau dargestellt. Wir erinnerten uns an den Film "Die Hütte", wo selbige Frau auch vorkommt. In einer Höhle, dort wurden die tiefen Gespräche geführt. Die Weisheit ruft, aber wenn man sie nicht beachtet, verspottet sie einen. Darüber mussten wir lange reden. Das passte uns so gar nicht in das Bild der Bibel, wo Gott als gütig, barmherzig beschrieben wird. Aber die Weisheit ist ja auch nicht "Gott". Aber was dann? 

Wir kauen noch daran. Vielleicht kommt die grosse Erkenntnis noch in den nächsten Wochen. Immerhin hat das Buch 31 Kapitel :-)

Donnerstag, 6. April 2023

Tage mit Puderzuckerglasur

So nenne ich sie, die Tage, die total aus dem normalen Rahmen fallen. Die was Besonderes, Einmaliges haben. Die mir viel geben. Wo ich geben und empfangen darf. 

So bei uns geschehen die letzte Woche. 

Am Wochenende reisten wir zwecks eines Predigteinsatzes meines Mannes zur Passionszeit nach Ostparaguay, zu der traumhaft schönen Landschaft des Krankenhauses, dessen besonderer Auftrag lautet, die Leprakrankheit (und weitere) zu behandeln und lindern. 

Die zwei Tage dort waren absolut genesend für meine Seele. Ich genoss freie Spaziergänge, erntete mit Erlaubnis ein paar Früchte aus dem zur Verfügung stehenden Obstgartens, während der Gatte seine Wortverkündigung vorbereitete. So lässt es sich gut leben, dachte ich.  Dienen, so wurde mir bewusst, ist mit Mühe, Aufwand verbunden, aber oft (meist) ist der Segen umso gröβer. So jedenfalls erlebte ich es. 


Kaum zurück nach Hause wurde es in unserer Gemeinde laut. Nein, kein Streit, sondern die Outbreakband kam für ein paar Anbetungsabende und Schulungen für Musiker und Lobpreisleiter in unsere Gemeinde. 

Hier eine Lobpreissession während eines Workshops:


Ich sog alles in mich auf wie ein trockener durstiger Schwamm. Lobpreis ist mir neu ans Herz gewachsen. Man spürte der OBB ab, wie sie ein Feuer im Herzen tragen, Menschen in Gottes Gegenwart zu führen. Einige hilfreiche Werkzeuge konnten sie uns neu an die Hand geben für unseren Dienst. 

Nicht nur das, dadurch dass der Gatte als Co-Pastor der Gemeinde angestellt ist, kamen wir auch persönlich in Kontakt mit den Leuten während gemeinsamen Mahlzeiten und einem Mini Ausflug in die Natur (Flor del Chaco). 

Das sind für mich Tage mit Puderzuckerglasur. Sie sind Highlights in unserem manchmal doch schon eintönigen Alltag. Sie setzen ein paar Akzente und lassen uns neu staunen, wie mächtig Gott doch ist. 

Welches sind denn deine letzten Tage mit Puderzucker?

Montag, 20. März 2023

Urlaub

 


Ich haue mal meine poetischen Fertigkeiten heraus und schreibe dir ein Akrostichon:

U -  Unter nicht allseits bekannten Menschen sein, sich sozial etwas freier fühlen und nicht ständiger erkannt zu werden (geniesse ich jedesmal, wenn ich im Urlaub raus kommen kann aus dem bekannten Umfeld

R - Ruhen. Vom WhatsApp, von Uhrzeiten, von Erwartungen, von eigenen Ansprüchen. Einfach mal geniessen.

L - Land und Leute erkunden. Lieb's am Urlaub, neue Orte, neue Lädchen, neue Restaurants und Hotels kennen zu lernen. 

A - Amor. Zeit für die Liebe. Zweisamkeit. Punkt. 

U - Unterhaltung. Urlaub gibt viel Stoff für Unterhaltung. Gerade mit der Familie zusammen reisen sorgt für viel Gesprächsstoff über Gott und die Welt. Rauskommen aus der eigenen gedanklichen Bubble und merken, dass es noch sooo viel mehr gibt als mein Alltag gerade ausmacht. 

B - Baby on the way! Erste Babybauchfotos... Letzter Urlaub zu zweit. Wie Schwiegermutter sagt: Wir müssen anfangen, das Baby auch zu berücksichtigen. Also waren wir wohl zu 2,5 statt nur zu zweit. Recht hat sie!

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lr

Mittwoch, 15. Februar 2023

Schaff dir Erinnerungen

Lebe heute so, dass du dich in der Zukunft an eine schöne Vergangenheit zurückerinnerst. 

Der Valentistag wird in den letzten Jahren mächtig gehypt. Vielleicht hat die Wirtschaft ihn sich zu sehr erobert. Vielleicht wird aus Liebe zu sehr ein Geschäft gemacht. 

Ich vermisse manchmal die Einfachheit, die Schlichtheit der Liebe. Liebe ist nicht immer Pom und Tara, manchmal blüht sie ganz sanft auf und wird auch durch einfache kleine Dinge am Leben erhalten. 

Der Gatte und ich geniessen an so einem Abend gerne die Zweisamkeit im eigenen Heim, nach dem Vers aus Sprüche 17,1 "Lieber einen Teller Suppe mit einem geliebten Menschen als ein schönes Stück Fleisch mit einem Menschen, den du hasst." 


Ok, Suppe haben wir nicht gegessen - wäre fehl am Platz. Aber für uns ist ein Teller Suppe dann so etwas wie Homemade Waffles oder Pancakes. Die Toppings kann man wie ich finde so super vielfältig varieren, jeder belegt sich seine Waffel wie es ihm am besten gefällt. Für mich gehört auch immer ganz brav eine Portion Gemüse oder Obst drauf, der Gatte mag es eher deftig. Jedem das Seine. Für die süsse Variante probierten wir gleich die geschenkte Marmelade aus, die eine Gemeindeschwester uns just an diesem Tag hatte zukommen lassen. Vielen Dank, I.! Absolut lecker deine Marmelade. 

Dies Jahr feierten wir noch zu zweit. So Gott will im nächsten Jahr schon zu dritt. Ob der Tisch dann immer noch so festlich gedeckt sein wird? Wir werden sehen :-) 

Übrigens feiern wir jedes Jahr am 14. Februar unsern ersten-Kuss-Jahrestag. In welchem Jahr der war, verrate ich dir aber nicht. Das ist unser Geheimnis. 

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lr




Samstag, 4. Februar 2023

Jetzt weisst du's

Seit fast 3 Jahren führe ich diesen Blog. Inzwischen gab es immer wieder High und Lows zu berichten. Wer von Anfang dabei war, hat mich vermutlich ein Stückchen mehr kennen gelernt. 

An den Besucherzahlen sehe ich, dass viele der Leser gar nicht aus dem paraguayschen Raum stammen, von wo ich aus schreibe. Tatsächlich winke ich an dieser Stelle herzlich an meine vielen europäischen Leser. 

Mich interessiert natürlich brennend, wie ihr auf diesen Blog gekommen seid und was bewegt euch, immer wieder vorbei zu schauen? Darfst gerne mal eine Antwort in den Kommentaren hinterlassen, wenn du magst. 

Aber nun weiter zu meiner Story. Im vorigen Blogpost schrieb ich, dass ich das Jahr mit reduzierter Energie beginne. Dass ich über den Tag verteilt immer wieder Übelkeit verspürt habe, meine Hosen mittlerweile spannen und ich nicht weiss wohin mit meiner Müdigkeit, habe ich bewusst verschwiegen. Sonst hättest du 1 und  1 zusammengezählt. :-)

Jetzt teile ich aber diese freudige Nachricht mit dir: 



Jaaa, es ist offiziell!!! Wir werden Eltern. Der Gatte und ich müssen uns auch immer wieder kneifen, um uns an dieses Wunder zu erinnern und wir danken Gott wie Hanna in 1. Samuel 1, 27 für dieses unverdiente Geschenk. Baby, du bist ein absolutes Wunschkind!  

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lr

Montag, 15. August 2022

Schön wars

Nicht oft, aber manchmal nehme ich besondere Erlebnisse meines Alltags auch mit in diesen Blog. Wo kämen wir hin, würden wir versuchen, unseren ganzen Alltag ins Internet zu stellen. 

Aber diesmal lohnt es sich, dieses tolle Erlebnis festzuhalten.

Und weil Paella einfach ein so geniales Gericht ist..

und weil es so lebe-leichter tauglich ist...

und weil es einfach Spaβ macht, gemeinsam als Paar oder mit Freunden so eine "olla común" vorzubereiten...

und natürlich weil eine richtig röstaromatisierte Paella einfach lecker lecker lecker ist...

...waren der Gatte und ich mit unsern Geschwistern dies Jahr zum ersten Mal beim Paella-Wettbewerb dabei auf der lokalen Expo Rodeo Trebol. 


Fertige Paella, Dekoration sollte auch bewertet werden...


Im Prozess...

Den 3ten Platz hatten wir uns redlich verdient. Jetzt schmücken einige Prämien unser Haus. 

Ich geb's zu: Wir als Paar kochen gerne gemeinsam. Kommt uns selbst, unsern Freunden und der Familie und unserm Geldbeutel zur Gute. 

Fun Fact: Der Gatte und ich diskutieren jedesmal ob es denn wirklich sooo viel Gemüse sein muss. Ich bin immer für mehr Gemüse, er immer eher dagegen. Naja, ich verrat nicht, wer meistens gewinnt. Bleibt unter uns...

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lr

Mittwoch, 23. März 2022

Hat meine Gesundheit einen Einfluss auf mein Sexualleben?

In diesen Tagen hörte ich eine Podcast-Episode zum Thema „Health & Sex“ (Gesundheit und Sexualität). Dieser Podcast wird von vier christlichen Ehefrauen unter dem Podcastnamen „Sex Chat for Christian Wives“ geführt, die sich darüber austauschen. (Zu finden in Spotify)

Empfehle diesen Podcast gerne anzuhorchen, wenn du Englisch verstehst: https://open.spotify.com/episode/5BDv2kGq04uRljAn2yRK90?si=668e6f0802bc4437

Hier einige Auszüge aus der Podcastfolge:

„Wenn ich zu viel „Schweres“ gegessen habe und mich voll fühle, fördert das nicht gerade meine Lust. Im Gegenteil, der Gedanke an Sex stöβt mich ab.“

„Mein Ehemann und ich sind beide übergewichtig. Das beinflusst auf jeden Fall unsere Intimität und gewissen Positionen im Bett. Wir sind gerade dabei, ein paar gesündere Essgewohnheiten anzustreben, denn wir wollen das ändern.“

„Wenn ich mit meinem Körper, meinem Gewicht wohl fühle, hat das einen direkten Einfluss auf unsere ehelichen Beziehungen und unsere Intimität.“

„Regelmässige Bewegung hilft der guten Durchblutung, was sowohl für Männer wie auch für Frauen wichtig ist.“

Soweit die Auszüge.

Hach, dann haben meine Teilnehmer aber Glück. Wenn sie mäβige, ausgewogene Portionen essen, genug trinken und sich regelmäβig bewegen, tut das sogar der Ehe gut! J

Welche Gewohnheiten könnten denn Dir und Deiner Ehe guttun?

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Montag, 13. Dezember 2021

Welcher Mensch warst du vor zehn Jahren?

Es ist doch eigenartig: Wenn man Kleinkind und Grundschulkind ist, verändert sich in den ersten 10 Jahren vieles. Man wächst, lernt laufen, sprechen, Fahrrad fahren, lesen, schreiben uvm. 

Die eigenen Eltern können wohl die Entwicklung des Kindes auf ihre ganz eigene Art reflektieren, bzw. erzählen und berichten (nicht zuletzt in vielen Fotos aus Kindertagen.)

Wenn man älter wird, bleibt es an einem selbst, sich selbst zu reflektieren und zu schauen, wer man war vor zehn Jahren. Von der inneren und seelischen Entwicklung gibt es ja nicht unbedingt Fotos, wohl aber Erinnerungen und Meilensteine. 

Diese Gedanken kamen mir heute bei der Küchenarbeit. Interessant, dass die Blogideen oft während der banalen Küchenarbeit entstehen. 

Wer war ich eigentlich vor zehn Jahren? Wo gibt es Meilensteine? Wo bin ich gewachsen? Wo bin ich gescheitert?

Hier ein gebündelter Versuch meiner Ideen und Gedanken dazu: 

A. Ich war im Studium auf der Suche nach einer möglichst genauen Berufung und einer Vision für mein Leben. 


Mich faszinierten Berichte, Geschichten und Zeugnisse von Christen, die ihre Berufung von Gott praktisch wie einen 3-Schritte Plan zugeschickt bekommen hatten. So etwas wollte ich auch. 

Also betete ich.

Wartete. 

Beteten ein bisschen mehr.

Fastete, um Gottes Willen für mein Leben zu erkennen. 

Es kam nichts. Oder jedenfalls nicht so, wie ich es mir erhofft  hatte. Stückchenhaft schälten sich inmitten von eigenen Interessen und gegebenen Möglichkeiten schimmerhaft einige Ideen heraus, was ich die nächsten Jahre tun könnte. Es war ein Herantasten und Ausprobieren. Kein "Bau eine Arche wie Noah es tat", und "Noah ging hin und tat es...". 

Heute zehn Jahre später habe ich erkannt, dass den Wörtern "Berufung" und "Vision" manchmal zuviel Wert und Gewicht gegeben wird. Ich erkenne, dass es manchmal unguten Druck auf junge Menschen - junge Christen legen kann, wenn sie nicht genau wissen, welches ihre Berufung, ihr Platz ist. 

Und was bitteschön ist überhaupt eine individuelle Berufung??? Hängt es nicht doch mit Beruf zusammen? Bis jetzt konnte ich da noch keine wirklich überzeugende Erklärung zu finden. 

Denn ich erkenne heute, dass der Alltag und das Zusammenleben in der Ehe und das gemeinsame Herausfinden des Platzes in Beruf und sozialem Einbringen ein Weg und ein Prozess sind. 

Dass das Leben viel mehr Optionen für uns bereit hält, die in verschiedenen Etappen zur Geltung kommen. Dass wir viel zu oft nur in schwarz-weiβ denken, dabei beinhaltet das Werden und Sein viele Graustufen.


B. Ich war ständig auf Diät, habe viele verschiedene Trends mitgemacht und meinen Körper und Stoffwechsel mehr geschadet, als mir dabei lieb war. 




Seit ich 17 bin, beschäftigt mich mein Gewicht. Über die Jahre habe ich verschiedene Trendiäten ausprobiert und mein Gewicht stieg über die Jahre auf und ab.

Blöd natürlich für den Körper, für die Muskelmasse – blöd aber vor allem für die Seele. Immer wieder hoffte ich auf das eine Wundermittel, das eine vermeintlich erfolgreiche Lebensmittel.

Mal war es das Obst, das mir versprochen wurde, das zum Erfolg führen würde. Dann war es das Trennen von Lebensmitteln. Dann das Weglassen von Zucker und Kolenhydraten. 

Mal Extremsport, dann wieder „Sport ist Mord“ – in all diesen Extremen pendelte ich über die Jahre. Von „Iss Nüsse- sind ja so gesund“ über „Keine Kolenhydrate am Abend“ zu „Ist alles eh egal, trink dich einfach schlank“.

Aber weiβt du was?

Irgendwann stellte ich fest, dass abnehmen und Gewichthalten mir keiner „abnehmen“ kann. Es hängt nicht an bestimmte Lebensmitteln, es hängt nicht an Zutun oder Wegtun von bestimmten Lebensmitteln, es hängt nicht an bestimmten Sportarten.

Es hängt weder an Nüssen, Eiern, Low Carb und No Sugar.

Bitteschön, was ist es dann???

Es hängt ganz fest an einer Entscheidung. Eine Entscheidung, die ich jeden Tag neu treffen muss. 7 Tage die Woche.

  • Die Entscheidung, heute wieder mein Maβ zu halten, sowohl beim Gesunden als auch beim „Ungesunden“
  • Die Entscheidung, mich zu bewegen.
  • Die Entscheidung, leichter zu leben und in keine Extreme zu verfallen.
  • Die Entscheidung, gut und aufbauend über mich und meinen gottgegebenen Körper zu denken und zu fühlen. 
Aus dieser Not, die ich bereits als 17-jährige spürte, hat sich wohl der innige Wunsch herausgeschält, selber etwas in diesem Bereich zu machen. Heute bin ich selber Lebe-leichter Abnehmcoach und motivere andere dazu, im gesunden Rahmen, mit normalem Essen, in normalem Rahmen abzunehmen. Siehe: Lebe leichter Filadelfia 

Hättest du mir vor 10 Jahren gesagt, dass ich mit 30 Jahren noch mal Lebe-leichter Coach sein würde, ich hätte dich ausgelacht und mir ein Stück Schokolade in den Mund geschoben, weil es innen drin so weh tut. 


C. Ich orientierte mich im Alltag und in der Lebensplanung zu sehr an anderen. 

Den Mut haben, sich zu trauen. Etwas gleichgültiger den vermeintlichen "Meinungen" der anderen zu sein und einen etwas "eingeseifteren Rücken zu haben" (so sagt man es hierzulande umgangssprachlich für resilient), das hätte ich mir in meinen 20ern gewünscht. 

Denn: Ich schaute in meiner Laufbahn als Studentin, junge Lehrerin, junge Hausfrau und Ehefrau zu sehr nach links und rechts, wie andere es machten, um dann frustriert festzustellen, dass nicht alles (das Meiste) für mich nicht so funktioniert. Pech gehabt! 


Gefühlt wollte ich alles sein. Alles und alles bitte zu gleich. 

Freundliche und ausgeglichene Lehrerin, hilfsbereite und kompetene Kollegin. treue Freundin, liebevolle Ehefrau, tüchtige Hausfrau (Sprüche 31 lässt grüβen!), friedliebende und streitschlichtende Schwester und Tochter - ach du liebe Zeit! Wenn ich das so lese, tippe ich mir glatt selbst einen Vogel. 

Ich musste meinen Weg selbst finden. Besonders was das Jonglieren des Berufs, Haushalts- und Soziallebens betrifft. Es gibt so viele verschiedenen Modelle, wie "frau" es machen könnte - ich kam nicht drum herum, zu experimentieren, zu scheitern und neu anzufangen. 

Auch heute noch ist in meiner Haushaltsführung viel Luft nach oben. Aber ich stehe dazu. Jeden Tag ein Stück weiter. 

Heute differenziere ich besser, was ich kann, was ich nicht kann. Ich haushalte besser mit meiner Energie, mit meinen Möglichkeiten, mit meinen Stärken und Schwächen. 

Gott sei Dank!


In zehn Jahren kann viel passieren. Welcher Mensch werde ich 2030 sein? Falls dieser Blog dann noch existiert, werde ich hoffentlich noch einmal darauf zurückgreifen. Vielleicht auch schon in fünf Jahren. Wer weiβ?

Jetzt bist du dran! Wer warst du eigentlich vor zehn Jahren? Reflektiere doch mal. Gerne darfst du mir auch einen Kommentar hinterlassen. 

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lr

Bildquelle: pixabay

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Brunch-Date

Meistens koche ich gesund. An die 3 Mahlzeiten Frühstück, Mittag und Abendbrot halte ich mich im Prinzip immer. 

Nur gestern nicht, dem Feiertag schuldend versteht sich. 

Am Abend davor gabs reichhaltig zu Essen auf dem Weihnachtsessen des Lehrervereins. Wusste, dass wir den nächsten Morgen erst mal nicht Hunger hätten... Da plante ich einen Brunch: um etwa 10 Uhr aβen wir Frühstück und Mittag zugleich mit leckeren Haferflockenwaffeln, herzhaft und süβ. 




Sehr lecker!

Ich liebe die Haferflocken-Waffeln. Gut, die werden bei mir teilweise aus Haferflocken und teilweise auf Haferflockenmehl gemacht. Sehr sättigend.

Für die herzhafte Variante geb ich oft noch geraspeltes Gemüse (Gurken, Zucchini, Karroten) mit dazu, und für die süβe Variante geb ich immer noch einen geraspelten Apfel oder eine Handvoll Blaubeeren dazu. Das streckt das Rezept und addiert noch ein bisschen Ballaststoffe und natürliche Süβe.

Ein bisschen feierten der Gatte und ich auch schon unseren 4. Hochzeitstag vor. :-) 

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lr


Samstag, 7. November 2020

Gott kommt zu uns Frauen

Folgende Gedanken habe ich vor langer Zeit mal im Netz gelesen. Ich habe die Autorin bis jetzt nicht gefunden, bin aber offen für Hinweise. 

"Hast du jemals bemerkt, wie in der Bibel Männer immer in die Berge steigen, um mit dem Herrn zu kommunizieren? Doch in der Bibel hören wir kaum jemals von Frauen, die in die Berge gehen.

Aber wissen wir warum?
Weil die Frauen zu beschäftigt waren das Leben am Laufen halten; Sie konnten Babys nicht verlassen, Essen, Häuser, Brände, Gärten,und tausend Verantwortungen, um den Aufstieg in die Berge zu schaffen!
Ich sprach neulich mit einer Freundin und sagte: "Ich fühle mich, als wäre ich nie ′′ frei ′′ genug aus meiner Verantwortung herauszutreten, mich an einen ruhigen Platz zu setzen. Ich will doch auch mit Gott reden."
Ihre Antwort hat mich auf den Boden gebracht: "Deshalb kommt Gott zu Frauen. Männer müssen den Berg besteigen, um Gott zu begegnen, aber Gott kommt zu Frauen, wo immer sie sind."
Ich denke seit Wochen über ihre Worte nach und habe meine Schriften durchsucht um zu sehen, dass das, was sie gesagt hat, wahr ist.

Gott kommt in der Tat zu Frauen wo sie sind, wenn sie ihr Gewöhnliches tun, in ihrem Arbeitsalltag.
Er trifft sie am Brunnen wo sie Wasser für ihre Familien schöpfen, in ihren Häusern, in ihren Küchen, in ihren Gärten.
Er kommt zu ihnen während sie neben Krankenbetten sitzen, während sie gebären, während sie ältere Menschen pflegen, und während sie notwendige Trauer-und Begräbnisrituale durchführen.
Sogar am leeren Grab, Maria war die erste, die Zeuge der Auferstehung Christi war,
Sie war dort, weil sie die weibliche Aufgabe erledigte, den Körper Christi richtig auf die Beerdigung vorzubereiten.
In diesen scheinbar irdischen und gewöhnliche Aufgaben, fanden sich diese Frauen in der Bibel von Angesicht zu Angesicht der Göttlichkeit.
Wenn du also - wie ich - jemals merkst, dass du nicht so viel Zeit hast, mit Gott in den Bergen zu verbringen, wie du es gerne hättest: Denk dran, Gott kommt zu Frauen.
Er weiß, wo wir sind und was wir tragen.
Er sieht uns, und wenn wir unsere Augen und unsere Herzen öffnen, werden wir ihn sehen, selbst an den gewöhnlichsten Orten und in den gewöhnlichsten Dingen.
Er lebt. Und er nutzt eine Zeit wie diese, um mit Frauen auf der ganzen Welt zu sprechen."
Unbekannte Verfasserin.

Ermutigen Worte für uns Frauen, die den Alltag und den Familienhaushalt am Laufen halten.
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lr

Montag, 26. Oktober 2020

Meine Oma und das Paradoxe unserer Generation

Meine Oma hat sich nie ein Youtube Video zum Thema Brotbacken angeschaut und doch hat sie ihr Leben lang ihr Brot selbst gebacken. Das nennt man heute Handwerkskunst. 

Meine Oma hat sich nie dauerberieseln lassen durch die sozialen Medien, sondern hat zu bestimmten Uhrzeiten das Radio oder den Fernseher angemacht und ist dem lokalen Radio- und Fernehsender treu geblieben. Das nennt man heute selektiven (ausgewählten) Konsum. 

Meine Oma hat nie einen Podcast darüber gehört, wie man in zehn Schritten zu einem immer aufgeräumten Haus im Alltagstrudel kommt, und doch war ihr Haus immer gekennzeichnet von Pflege und Ordnung. Das nennt man heute kluge Haushaltsführung. 

Meine Oma hat lange bevor die Wissenschaft herausfand, dass selber kochen glücklich, gesund und reich macht, alles selbst gekocht. Sie hat nie ein Rezept im Youtube unter dem Titel "Leckerstes Bananenbrot aller Zeiten" angeguckt, und doch war ihr Essen nicht zu übertreffen. Das nennt man heute leidenschaftliches Kochen. 

Meine Oma hat nie ein 10- minütiges Hitworkout gemacht, um die Lebensqualität zu verbessern, um Kalorien zu verbrennen oder den Stoffwechsel auf Hochtouren zu bringen - und hat doch vor einem Jahr ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert. Das nennt man heute glückliches Altern.

Meine Oma hat Gastfreundschaft praktiziert, auch dann noch, als der Trend der Zeit immer mehr dahin ging, die Häuser zu schließen und sich mit Freunden in Restaurants zu treffen. Meine Oma hat verstanden, dass Beziehungen Zeit und eine gemütliche und persönliche Umgebung brauchen und nicht die vermeintliche lockere Idylle eines Lokals. Das nennt man heute immer noch Gastfreundschaft. 

Meine Oma wusste lange bevor Marie Kondo mit ihrem Entrümplungs- und Ordnungswahn durch Netflix bekannt wurde, dass Sachen nicht glücklich machen. In ihrem Haus gab es nichts, dass nicht einen festen Platz und einen festen Gebrauch hatten. Überfüllte Schränke gab es bei meiner Oma nicht. Marie Kondo wäre im Haus meiner Großeltern wohl arbeitslos gewesen. Das nennt man heute Funktionalität und Ordnungsliebe. 

Meine Oma hat nie eine Achtsamkeitsübung gemacht um "den Alltag bewusster zu erleben" und genießt doch jeden Tag das Leben, dass ihr geschenkt wurde. Das nennt man heute Glück im Alltag.

Meine Oma hat wenig Ausbildung und ist auch nicht von einem Seminar zum Nächsten gelaufen um ja nichts zu verpassen, und ist doch mit offenen Ohren und Augen durch die Welt gegangen um viel dazu zu lernen. Das nennt man heute gesunde Neugierde.

Meine Oma hat nie ein liebliches Paarfoto von sich und Großvater im WhatsApp Status veröffentlicht mit öffentlichen Liebeserklärungen, die eigentlich nur das Paar was angehen, und doch spürte und wusste man, dass sie ihre Ehe hochhielt und dass mein Opa der wichtigste Mensch in ihrem Leben war. Das nennt man Loyalität und treue Partnerschaft.

Meine Oma hat verstanden, dass sie als Ehefrau meinem Großvater eine Gehilfin ist. Sie wusste mit den Marotten und Eigenarten meines Großvaters am Besten umzugehen und war ihm, wie man beobachten konnte, ein passendes und ausgleichendes Gegenüber, ohne sich selbst dabei scheinbar aufgeben zu müssen. Das nennt man gelebter Glaube. 

Zu denken, die ältere Generation hätte uns heute nichts mehr zu sagen, ist wohl falsch. Mehr denn je profitieren wir von dem Vorbild der Generationen, die vor uns lagen. 

Übrigens: mit "meine Oma" bezog ich mich auf die ältere Generation im Allgemeinen, obwohl ich durchaus meine beiden noch lebenden Omas im Hinterkopf hatte. 

lr

Samstag, 6. Juni 2020

Lesetagebuch - die berühmten "30"

Die Autorin Beate Nordstrand schreibt in ihrem Buch "Lebe leichter" von dem Moment, wo sie ihren 30. Geburtstag feierte und ihr dazu einiges klar wurde. Sie schreibt: "Mich traf die Blitzerkenntnis: Mit diesem Körper würde ich alt werden. Kein Chance auf ein Austauschmodell in späteren Jahren. Mein Lebensstil, meine Entscheidungen und auch meine Versäumnisse würden an meinem Körper unauslösliche Spuren hinterlassen." (S. 7)

Deshalb fasste sie für sich folgende Grundsätze, von denen ich mir auch einige annehmen möchte: 

Ich möchte mein Aussehen grundsätzlich akzeptieren.

Ich möchte ausgewogene Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie entwickeln.

Ich möchte besser mit meinen Kräften haushalten und die 2/3- Regel beachten: Auf Dauer leistungsfähig und gesund bleibt der, der seine körperliche und seelische Leistungsfähigkeiten nur zu zwei Dritteln ausschöpft. Ein Drittel der Kraftreserven brauchen wir für unvorhergesehene Belastungen und kurzfristige Hochleistungen.

Ich möchte mir Zeit nehmen, im Heute zu leben. Ich will nicht so zielorientiert sein, dass nur das Ergebnis zählt. Jeder Tag muss auch einzeln lebenswert sein. 

Ich möchte mir am Sonntag bewusst Zeit nehmen für das, was im Leben wirklich zählt.

Ich m¨chte jeden Tag etwas zu lachen haben. In der Bibel steht, dass Fröhlichkeit die beste Medizin ist (Spr. 17,22).

Ich möchte gesunde Freundschaften pflegen, weil sie mir helfen, innerlich stabil und intakt zu bleiben

Ich möchte nicht schlafen gehen, ohne mit den Menschen in meiner Umgebung im Reinen zu sein. Mein Körper soll nicht die Folgen von Bitterkeit und Unversöhnlichkeit tragen müssen. 

Mich sprachen diese Aussagen an, denn ich gehe stark auf die 30 zu. Ich werde wohl auch noch mehr dazu schreiben. 

lr

Freitag, 1. Mai 2020

"Erfolg zieht Erfolg nach sich" - Haushaltsgedanken

Haushalt - was ist das nicht für ein altmodischer Begriff - ging mir früher durch den Kopf, als ich in meinen frühen Zwanzigern daran dachte, selbst einmal "typische Hausfrau" zu sein. Nee, ich machs anders, dachte ich damals. "Ich studiere einmal so viel, verdiene damit so gut, dass ich meinen Haushalt von anderen machen lasse. Meine wertvolle Zeit und Fähigkeiten verstecke ich doch nicht in einem Haushalt..." Das ist kein Scherz, das dachte ich wirklich. 

Nun ja, Studium hin oder her, seit ich Ehefrau, Hausfrau und Berufsfrau bin, hat mich das Leben Besseres gelehrt. Es liegt durchaus ein Reiz darin, tagtäglich auf Arbeit zu gehen und Erfüllung darin zu finden, ABER ...kaum zu glauben, aber wahr, den Haushalt geschickt führen, bringt keineswegs weniger Erfüllung! Im Gegenteil: es erfordert Geschick, Tüchtigkeit, Plan, Organisation, Kreativität ... und blablabla, kennt man ja. 

Lasst es mich erklären, warum ich heute meinen Haushalt liebe:

Ich sehe schnelle Erfolge. Anders als im Berufsleben, wo man oft erst spät Erfolge sieht (zumindest wenn man Lehrerin ist und täglich scheinbar das Gleiche hundertmal sagt und tut, ohne Erfolg...naja, anderes Thema), sieht man im Haushalt schnell Erfolge. 
Spüle schmutizig? Wischen! Check Erfolg. 
Ofen schmutzig? Putzen. Check Erfolg. 
Fenster voller Staub? Putzen. Check Erfolg. 
Viel Abwasch? Abwaschen! Ahh, was für ein Erfolg, eine saubere Küche. 

Ich habe gemerkt, viele kleine Erfolgserlebnisse im Verlaufe des Tages geben einer Hausfrau ein Glücksgefühl; auch wenn es kein anderer bemerkt, die Hausfrau selbst hat den größten Nutzen davon. Dem Gatten fällt das mit dem Ofen, der Spüle und dem Abwasch wohl nicht auf, aber er geniesst eine erfolgreiche, entspannte und glückliche Ehefrau. Deal, oder? 

lr

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Brauchst du auch hin und wieder Motivation?